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Resonanz

Pressestimmen zu DER STURM:

Sommerlicher Theater-Spaß
"(…) Das offene O bietet den Schauspielern zwar wenig Schutz und Bühnentechnik gibt es so gut wie gar keine, aber es erzwingt ein sehr kreatives und dynamisches Spiel. (…) Auch die komischen Szenen gelingen gut. Uwe Neumann und Peter Beck als Trinculo und Stefano die Macht an sich reißen wollen, aber schon so besoffen sind, dass sie sich fast selbst an den Kragen gehen, sind eine Wucht! (…) Dem Regisseur Jens Schmidl ist eine lebendige Inszenierung gelungen (…) Da wird getrunken und geflirtet und mi der Marimba gezaubert und aus wenigen Requisiten sehr viel gemacht. Empfehlenswert!"

Oliver Kranz für rbb inforadio am 24.7.2020

Neuer Theater-Traum 
"(…) Shakespeare oben ohne. Kein Dach, kein Hemd: Globe Ensemble bringt „Der Sturm“ auf die Bühne."

B.Z. Berlin am 23.7.2020

 

"(…) künstlerisch zwingend ist insgesamt nicht gerade das erste Attribut, das man der fröhlichen und geradezu sonnigen Inszenierung von Jens Schmidl anheften möchte. Es geht eher um inspirierende und niederschwellig angenehme Freizeitgestaltung von sieben Schauspielern in mehreren Rollen und zweieinhalb Stunden inklusive Ausschankpause handwerklich souverän absolviert."

Ulrich Seidler in der Berliner Zeitung am 24.7.2020

 

„Fantasievolle Kostüme und die minimalistischen Klänge eines Vibrafons, das von allen Darstellern im Wechsel bedient wird, sorgen für das nötige märchenhafte Ambiente. (…) besonders die Szenen des jungen Liebespaares Ferdinand (Benjamin Krüger) und Miranda (Nadja Schimonsky) sowie des trinkseligen Dreiers Stefano (Peter Beck), Trinculo (Uwe Neumann) und Inselungetüm Caliban (Saskia von Winterfeld), der im Übermut kurzentschlossen auch die Macht über die Insel an sich reißen will, sorgen beim Publikum immer wieder für Lacher. Alles, was eine leichte Sommerkomödie braucht. Nicht gerade systemstürzend, aber dennoch lebenswichtige Theaterkunst. Oder wie es bei Shakespeare heißt: „Wir sind der Stoff, aus dem die Träume sind.“"

Stefan Bock für Kultur Extra am 27.7.2020

 

„Es ist eine Bühne aus scheinbar lose aufeinander gelegten Brettern in einem weiten O, die sich auf der Charlottenburger Halbinsel inmitten der Spree auftut. Wie hingeworfen durch einen Sturm, den ein Schiff zerborsten hat, liegen die dicken Bohlen scheinbar willkürlich verstreut auf dem gepflasterten Boden. Doch was hier wie zufällig hingestreut erscheint, bietet den Spielplatz für eine Openair Bühne, die ihres gleich sucht. Sie wird zum perfekten Bühnenbild für "Der Sturm" von Shakespeare. (…) 

Solche Einfälle im perfekten, Zwischenton reichen, punktgenauen Zusammenspiel des Ensembles prägen den Charme dieser Aufführung. (...)

Schmidl versteht es mit dem durch Leonhard neu übersetzten Text dem Stück eine rau-schalige Heutigkeit zu geben, die ganz in der Tradition von Shakespeare steht. Doch er weiß mit seinem hervorragenden Ensemble auch die vielen zarten und nachdenklichen Zwischentöne anzustimmen. 
Doch vielleicht war alles nur eine schöne Utopie? Denn diese Shakespearschen Geschöpfe sind der "Stoff, aus dem die Träume sind", wie die Fotoausstellung von Thorsten Wulff im Garten verrät. In diesen liebevoll arrangierten Traumgarten im Open-O dürfen die Zuschauer*innen sich in diesem Sommer entführen lassen.“

Birgit Schmalmack für hamburgtheater am 28.7.2020

 

Zuschauer-Reaktionen

"Ein Open-Air-Abend, nach dem man eigentlich nie wieder in ein festes Haus möchte. Ein Abend mit Schauspielertheater, keinem Regietheater - ohne Netz, doppelten Boden und ohne Schnick-Schnack. Die Regie vertraut den Schauspielern und nutzt die wundervolle umlaufende Bühne kreativ aus (und: die Bühne wirkt nicht wie ein Provisorum!). Wir hören Shakespeares Worte (und verstehen sie auch akustisch!) und werden überrascht von vielen Positionswechseln, Bewegung, Schnellumzügen und unvermutendeten Auftritten. Wir bewegen uns mit und kleben nicht auf unseren Sitzen fest. Alle Schauspielerinnen und Schauspieler spielen mehrere Rollen, sie singen, tanzen und wechseln sich an den Musikinstrumenten ab - was will man mehr, großartiger Abend!"

Gaby Bultmann

 

"Aufruf an die Bürger von Berlin - Man kann jetzt wieder ins Theater gehen, ins @Globe.Berlin genauer gesagt, und daher sollte man das auch tun, und zwar in den Sturm von Shakespeare. Besprechung der Aufführung vom 25. Juli 2020.

Um das gleich zu sagen: Wenn Peter Beck und Saskia von Winterfeld als Stefano und Caliban in der Verschwörungsszene des vierten Aufzugs herumblödeln, „all wet“ sollen sie auf der Bühne erscheinen, lautet die Regieanweisung bei Shakespeare,„wohl angefeuchtet“ hatte Wieland daraus gemacht, gelingt ihnen mit einer simplen Plastikflasche Wasser eine Allegorie auf diverse Körpersäfte und ein Moment in der Berliner Theatergeschichte, für den man lange zurückdenken muss, um seinesgleichen zu finden. Der Mannschaftsleitung würde Wuttke/Rois aus der Anfangszeit der Castorfschen Volksbühne einfallen. Wann war das? Im letzten Jahrtausend. Bei Beck und Winterfeld steckt mehr Sex, Drugs & Rock‘n‘Roll drin als in einer ganzen Spielzeit Deutsches Theater. Die Produktion insgesamt kann es mit den hochpreisigen Shakespeare-Produkten der Schaubühne locker aufnehmen. Die musikalischen Einlagen kommen ohne Elektronik aus und sind großartig, Wiebke Acton, die einen wunderbaren Ariel gibt, stiehlt mit ihrem herzerweichenden und überaus humanen Schlussgesang (sie ist ein Geist) dem Schlussmonolog von Prospero ein bisschen die Schau. Aber das ist nicht schlimm für Anselm Lipgens. Er ist noch nicht ganz bei Christopher Eccleston oder Bernhard Minetti angekommen, aber weit entfernt ist er auch nicht mehr.

Alles findet im Freien statt, es gibt Bier und Wein und Sandwiches, die den Namen der Figuren tragen. Abstand ist kein Problem. Selbst in der Liebesszene von Miranda und Ferdinand kommen Masken vor, das sei verraten. Leider ist’s nicht ganz ausverkauft, was einer Tragödie gleichkommt.

Dem Ensemble ist zu wünschen, dass nicht nur Charlottenburger Rentner den Weg zur Sömmeringstr. finden, sondern Menschen, die publik machen können, auf welchem Niveau dort gespielt wird. Ebenso ist zu hoffen, dass sie ihre Pläne mit dem Aufbau der Holzkonstruktion verwirklichen können. Berlin hätte ein richtiges rundes Globe Theater, was für eine Bereicherung."
Holger Leidig, 27.7.2020

 

"Lieber Jens Schmidl
was für ein hinreißender Theaterabend! Respektlos im Detail, und mit einem großen Respekt vor diesem Meisterwerk... Die Übersetzung frisch und dennoch nicht im Slang heruntergekommener Sprache (wie man es immer was qualvoll erleben muss )...
was für souveräne Sprecher*innen, trotz ins Land offener Bühne jedes Wort verstanden, welch ein Sichindierollewerfen, als koste es das Leben, ... be- und verzaubernd die Musik... wunderbare Charakter auf der Bühne, ob Prinz oder Trinkolo, Ariel, Miranda oder der wunderbare melancholische Prospero, alle großartig gezeichnet, Witz und Würde, Leichtigkeit und Tiefgang... Ein Geschenk, nach Monaten im schweren Theaterentzug Durst gestillt und geweckt!
Gratulor!"
Ihr Peter Raue, 24.7.2020

Globe Berlin

PROLOG-BÜHNE (Open Air)
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